Trauerknigge

Wer dem Verstorbenen Respekt erweist, zeigt damit auch seinen Respekt für die Lebenden. Im Folgenden finden Sie einige Tipps für ein angemessenes Verhalten im Trauerfall.

 

Tun Sie nicht nichts!

Viele Angehörige erleben, dass sich die Freunde und Bekannten zurückziehen, weil sie nichts falsch machen wollen – obwohl sie gerade in dieser Situation Unterstützung bräuchten. Ein Trauerfall ist für jeden eine neue Situation. Seien sie mutig. Bieten Sie Ihre Hilfe an. Der Angehörige kann vielleicht in dieser Zeit nicht selbst darum bitten.

 

Drücken Sie Ihre Anteilnahme aus. 

Wer aus der Zeitung von einem Trauerfall erfahren hat, schreibt normalerweise eine Trauerkarte. Auch ein kurzer Kondolenzbesuch von maximal einer halben Stunde ist möglich.

 

Schreiben Sie eine Trauerkarte.

Trauerkarten können Angehörigen bei der Trauerbewältigung helfen. Sie erinnern an die Beerdigung und daran, dass der Hinterbliebene in dieser schweren Zeit nicht allein war. Je näher Sie dem Trauernden stehen, desto persönlicher dürfen Ihre Worte sein. Auch ein handgeschriebener Brief ist möglich. Gehören Sie eher zum entfernteren Bekanntenkreis, ist eine vorgedruckte Karte angemessen, die Sie natürlich unterschreiben. Trauerkarten werden fest verschlossen per Post verschickt oder den Angehörigen bei den Trauerfeierlichkeiten persönlich übergeben. Wer zur Trauerfeier eingeladen ist, sollte auf jeden Fall eine Trauerkarte schreiben – unabhängig davon, ob er kommen kann oder nicht. 

 

Übrigens: Karten und Umschläge mit schwarzem Rand sind den Angehörigen vorbehalten, die ihren Trauerfall bekanntgeben wollen.

 

Kommen Sie überpünktlich.

Zu einer Trauerfeier kann jeder kommen. Die in der Traueranzeige angegebene Uhrzeit bezeichnet den Beginn der Trauerfeier. Wenn Sie vorher noch am Sarg Abschied nehmen wollen, sollten Sie unbedingt eine halbe Stunde eher da sein. Planen Sie auf jeden Fall genug Zeit ein, um vor der Trauerfeier einige Minuten zur Ruhe zu kommen und evtl. die Angehörigen zu begrüßen.

 

Kleiden Sie sich angemessen.

Erscheinen Sie in formeller, festlicher und dunkler Kleidung. Schwarz ist die klassische Trauerfarbe. Besonders Jacke oder Mantel sollten eine dunkle Farbe haben. Manchmal werden die Trauergäste gebeten, auf schwarze Kleidung zu verzichten. Gedeckte Farben wie z.B. Braun oder Grau sind dann eine gute Alternative.


Bringen Sie Blumen mit.

Ein Blumengeschenk ist ein angemessener letzter Absschiedsgruß. Bei der Wahl der Blumen ist alles – außer vielleicht roten Rosen – erlaubt. Sie können sich auch mit Freunden und Kollegen zusammentun und einen Grabkranz oder ein Gesteck mitbringen. Die Blumen werden aufs Grab gelegt. Wenn es – wie bei der Sargfeier vor einer Feuerbestattung – noch kein Grab gibt, nehmen die Angehörigen die Blumen mit nach Hause. Als entfernter Bekannter können Sie Ihrer Trauerkarte auch eine Geldspende für Blumen beilegen. Diese sollte nicht geringer als 10 EUR sein und den Hinweis "Für Blumen" enthalten.

 

Nehmen Sie Platz – aber richtig.

Üblicherweise betreten die Trauergäste die Trauerhalle erst nach Aufforderung. Überlassen Sie den engsten Freunden und Verwandten den Vortritt und die Plätze in den ersten Reihen. Je entfernter Ihr Verwandtschafts- oder Freundschaftsgrad, desto dezenter sollten Sie sich bei der Platzwahl zurückhalten.

 

Bringen Sie sich ein.

Wer bei der Gestaltung der Trauerfeier mitwirken möchte, sollte dies frühzeitig mit den Angehörigen absprechen und dabei Feingefühl zeigen. 

 

Zeigen Sie Repekt.

Den Weg von der Trauerhalle zum Grab legt die Trauergesellschaft in Stille zurück. Erweisen Sie dem Verstorbenen und den Angehörigen Respekt, indem Sie während dieser Zeit schweigend Andacht halten. Für Gespräche haben Sie später noch Zeit – zum Beispiel beim Trauerkaffee oder Trauermahl. Ihr Handy sollte selbstverständlich während der Trauerfeier und Beisetzung ausgeschaltet sein.

 

Nehmen Sie die Wünsche der Angehörigen ernst. 

Wenn die Familie in der Traueranzeige darum gebeten hat, von Kondolenzwünschen am Grab abzusehen, halten Sie sich selbstverständlich daran. Das gilt auch für andere Bitten, z.B. in Bezug auf Blumengeschenke oder die Kleiderwahl.

 

Bekunden Sie Ihre Anteilnahme.

Beileidsbekundungen fallen schwer – können aber auch tröstlich sein, weil sie den Angehörigen signalisieren, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind. Bleiben die Angehörigen nach der Beisetzung noch am Grab stehen, können Sie hingehen und Ihr Beileid aussprechen. Wenn Ihnen die Worte fehlen, übermittelt auch ein einfacher Händedruck Ihr Mitgefühl. Drehen die Angehörigen sich weg oder verlassen das Grab sofort nach der Beisetzung, lassen Sie ihnen die Zeit für sich, um sich zu sammeln. Wer vorher keine Gelegenheit hatte, kann auch noch beim Trauerkaffee kondolieren – spätestens, wenn er sich persönlich von den Angehörigen verabschiedet.

 

Beweisen Sie Feingefühl.

Zum Trauerkaffee oder Trauermahl gehen Sie nur, wenn Sie eine persönliche Einladung haben. Oft beinhaltet die Trauernachricht einen entsprechenden Hinweis. Der Trauerkaffee dient dazu, nach dem gemeinsam erlebten Abschied wieder ein Stück ins Leben zu finden. Hier darf erzählt und durchaus auch gelacht werden. Übertreiben Sie es aber nicht. Orientieren Sie sich feinfühlig an den Angehörigen, denen meist anzusehen ist, wie viel Frohsinn– und vielleicht auch, wie viel menschliche Gesellschaft – sie vertragen. Nach etwa 2 Stunden sollten Sie langsam wieder aufbrechen. Verabschieden Sie sich auf jeden Fall persönlich von den Angehörigen.

 

Seien Sie da.

Bieten Sie dem Trauernden auch nach der Beerdigung Ihre Unterstützung an. Wenig kann hier schon viel sein: Seien Sie da, nehmen Sie Anteil und hören Sie zu, sofern dies gewünscht wird. Signalisieren Sie dem Trauernden Ihr Interesse und Ihre Anteilnahme, indem Sie ihn z.B. einladen. Schaffen Sie Raum für die Trauer – aber auch für den einen oder anderen schönen Moment. Beides gehört zum Leben und darf nebeneinander existieren.

 

 

Foto: Heike Dreisbach  / pixelio.de
Foto: Heike Dreisbach / pixelio.de